Sie verschenkten Glück und Frieden – cantamus deo in concert

Nach einem Probenwochenende mit dem Dirigenten und Musikdozenten Wolf-Rüdiger Spieler aus Köln gaben die jung gebliebenen ostthüringer Sänger des Chores cantamus deo vor 350 Zuhörern ein Konzert. Dies fand in der ev.-luth. Dreieinigkeitskirche in Zeulenroda statt.

Probenwochenende

Am Freitag und Samstag wurde im NAK-Gemeindezentrum Zeulenroda unter der musikalischen Leitung von Wolf-Rüdiger Spieler, der neben seiner Dozententätigkeit an der Universität Köln auch als Stimmbildner, Dirigent, Orgelgutachter sowie als Leiter seiner Musikakademie tätig ist, geprobt. Für Laiensänger ungewohnte Übungen machten bei derartiger professioneller Vermittlung den 40 Chormitgliedern richtig Freude.

Es wurde noch an den Chorälen und Kanons des Konzertprogramms gefeilt, welches der langjährige Chorleiter, Diakon Stefan Kothner aus der Gemeinde Schleiz, unter dem Konzerttitel „Verleih uns Frieden“ zusammengestellt und mit dem Chor einstudiert hatte. Bis in die späten Abendstunden wurde geprobt.

Im Chor cantamus deo (frühere Bezeichnung war: Jugendchor Schleiz) wirkten an diesem Wochenende jung gebliebene Sänger aus den NAK-Kirchengemeinden Schleiz, Mühltroff und Zeulenroda, aber auch zwei Sängerinnen mit anderer Konfessionszugehörigkeit mit. Das gemeinsame Abendessen am Samstag in der Nähe von Zeulenroda war ein zusätzlicher Höhepunkt dieses Probenwochenendes.

Nach dem Gottesdienstbesuch am Sonntag fand eine Abschlussprobe in der Dreieinigkeitskirche statt. Wolf-Rüdiger Spieler betonte bereits nach Abschluss der Probenarbeit, dass ihm diese Zusammenarbeit mit den gut vorgeschulten Stimmen, die Einsatzfreude, Belastbarkeit und Begeisterung imponiert haben. Der Chorname cantamus deo heißt: Wir singen für Gott. Diese Überzeugung war zu spüren, so betonte er.

Konzert „Verleih uns Frieden“

„Er schenke uns Glück und Frieden“ – eine Textpassage aus dem Choral „Segen“ von Christoph Lahme – bildete den Grundtenor dieses Konzertes. Dessen hoffnungsvolle und glaubensüberzeugte Aussagen sollten hineinleuchten in die oft als düster empfundene Jahreszeit und in die oftmalig pessimistische Grundeinstellung vieler Mitmenschen.

Das brachten die Inhalte und die Vortragsweise der Chormitglieder bei den Liedern und Kanons zum Ausdruck. So z. B. mit den Liedern:

  • "Verleih uns Frieden" von F. Mendelssohn Bartholdy
  • "Der Herr hat seinen Engeln befohlen" von L. Maierhofer
  • "Zeige mir Herr, deinen Weg" von J. W. Gritton
  • "Jubelt dem Ewigen" von L. Lewandowski
  • "Bleibe bei uns o Herr, wenn es Abend wird" von L. Maierhofer

Höchste Geigentöne, in Perfektion vorgetragen, waren bei den Instrumentalstücken von Susanne Kothner, wie in A. Glasunows Meditation D-Dur op.32 zu hören. Dabei wurde sie von Stefan Kothner am Konzertflügel von 1925 begleitet. Er ließ zudem auch monumental und kontrastreich die Orgelsonate c-Moll des Chorals "Sollt ich meinem Gott nicht singen" (1. Satz) von Samuel de Lange auf der im Jahr 2005 restaurierten 3-manualigen Jehmlich-Orgel in der Dreieinigkeitskirche erklingen. Als Gesangssolist wurde Stephan Karth mit seiner weichen Tenorstimme vom Chor begleitet.

Der Dirigent faszinierte nicht nur die Chormitglieder, die seine Interpretationsweise sowohl musikalisch als auch im Auftreten umsetzten. Er "belohnte" sie ganz unauffällig nach besonders gelungenen Vorträgen mit einem angedeuteten Handküsschen. Nur der aufmerksamste Zuhörer konnte dies bemerken.

Nach nicht enden wollendem Applaus der 350 Konzertbesucher und einer Zugabe bedankten sich alle Mitwirkenden besonders herzlich bei Wolf-Rüdiger Spieler.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt war jedem die Bedeutung der Begrüßungsworte des Pfarrers Michael Behr als Hausherr bewusst, der sagte, dass die Konzertbesucher eine richtige Entscheidung mit ihrem Kommen zu diesem außergewöhnlichen Konzert getroffen haben.

Text: U.S. / Fotos: A.K. / W.K.