Die andere „Hiobsbotschaft“

In diesem Nachmittagsgottesdienst wurde deutlich, dass Hiobs Botschaft eine andere ist als der landläufig gebräuchliche Begriff von der „Hiobsbotschaft“. Bezirksapostel Rüdiger Krause und Bischof Ralph Wittich machten die Unterschiede deutlich.

Die ostthüringische Gemeinde Schleiz erlebte einen Festgottesdienst mit Bezirksapostel Rüdiger Krause. Die Predigt stellte er unter das Bibelwort aus Hiob 23, Vers 11:

"Denn ich hielt meinen Fuß auf seiner Bahn und bewahrte seinen Weg und wich nicht ab."

Zunächst begrüßte der Kinderchor den Bezirksapostel mit einem musikalischen Willkommensgruß im Foyer des im November 2017 fertiggestellten Erweiterungsbaus. Den Inhalt dieses Liedes griff er dann in seiner Predigt einleitend auf: Jeder ist beim großen Gott herzlich willkommen. Die Begegnungen im Gottesdienst sollen zudem dazu beitragen, sich auf Wesentliches zu konzentrieren. Dazu muss man mal stille sein und das Walten Gottes abwarten. Das hatte schon der Psalmdichter David festgestellt.

Nach umfangreichen Ausführungen zur Geschichte um Hiob zeigte der Bezirksapostel, dass es einige Wege gibt, von denen Hiob trotz bitterem Erleben und unbeantworteter Fragen nicht abgewichen ist:

  1. vom Weg des Glaubens,
  2. vom Weg des Vertrauens und
  3. vom Weg der Nachfolge.

Auf diesen Wegen gibt es viel Freude zu erleben. Das soll man sich bewahren und nicht davon abweichen.

Hiobs Botschaft ist also auch ein andere. Trotz Leid, trotz Selbstanklage und unbeantworteter Fragen hat er den Weg nicht verlassen. Bischof Ralph Wittich unterstrich diese Kernaussage in seiner Predigtzugabe nochmals. Von Hiob stammt auch die Aussage: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“. Es gibt also einen großen Unterschied zwischen Hiobsbotschaft als Metapher für bitteres Erleben und Hiobs Botschaft am Festhalten der Wege des Glaubens, des Vertrauens, der Zuversicht auf Gottes Hilfe und der Nachfolge. Christus ist darin auch ein großes Vorbild.

Mit einem Blick auf die über 125-jährige Gemeindechronik betonte der Bezirksapostel, dass ein Blick zurück immer gut ist. Jeder sollte aber auch die Gegenwart wahrnehmen und den Blick nach vorne richten.

In diesem Gottesdienst wurde zwei Kindern aus der Gemeinde das Sakrament der Heiligen Versiegelung gespendet.